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Referent für den Förderschwerpunkt Pädagogik bei Krankheit
Lehrer einer Schule für Kranke kann man nicht lernen. Trotzdem bin ich an der Schule für Kranke München im April 2005 Stellvertreter von Lisa Meixner-Mücke, der bisherigen Referentin für Pägogik bei Krankheit im Landesverband geworden. Was ich weiß, weiß ich also zumeist von ihr und dafür bin ich dankbar. Nach mehr als 20 Jahren an der Förderschule Rosenheim war von mir ein völliges Umdenken auf die Welt der Kliniken gefordert. Spezialisiert habe ich mich auf den schulischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Klinikum München-Schwabing, die auf eine Nierentransplantation warten. Zunächst hatte ich dort mit einer größeren Anzahl an Förderschülern zu tun. Dieses Krankheitsbild begünstigt aus der ständigen körperlichen Belastung heraus Demotivation und Passivität und kann zu ungünstigen Schulkarrieren führen. Durch Kooperation mit den medizinischen Diensten, durch Beratung vor Ort, durch Unterstützung von Ausgleichsmaßnahmen wie Hausunterricht, auch durch Unterricht in Klinikphasen ist es schon möglich, den Förderschulbedarf deutlich auf das individuell unvermeidlich notwendige Maß abzusenken. Diese Erfahrung ist ermutigend. Weniger ermutigend sind bestimmte Überlegungen, die ich ohne dieses berufliche Aufgabenfeld niemals angestellt hätte. Dazu gehören völlig unzulängliche Regelungen zur Organspende in Deutschland, die Kindern und Jugendlichen letztlich unnötig eine mehrjährige Wartezeit bei verminderter Lebensqualität aufdrückt. Dieses vesagen in der Organisation führt erst zu vermehrten Schulproblemen in der Dialyse-Phase und verkürzt mit der Dauer grundsätzlich die Lebenszeit.

Als jüngste aller bayerischen Schularten hat die Schule für Kranke geradezu erwartungsgemäß viele ungeregelte Angelegenheiten. wichtige Dienste für dieschulartspezifische Weiterentwicklung wie die Beratung bei Krankheit
 benötigen eine erste Umsetzung. In der Zuweisung von Lehrerstunden ist noch nicht geregelt, dass viele Kinder und Jugendliche, gerade mit psychiatrischen Erkrankungen, einen Unterricht mit einer höheren Stundenzahl benötigen. Der Nachteilsausgleich bei Krankheit, also Regelungen zu vorübergehenden Abweichungen von Vorgaben der Schulordnungen zugunsten einer besseren Krankheitsbewältigung, wartet auf eine bessere rechtliche Fundierung. Etwas schulartspezifische Fortbildung ist auch für Lehrkräfte an Schulen für Kranke nützlich und verdient einen angemessenen Ausbau.

Der VDS Bayern hat durch die Vorarbeit meiner Amtsvorgängerin und ihren Mitstreiterinnen ein Positionspapier mit guten und wichtige Anliegen für die Pädagogik bei Krankheit formuliert und beschlossen. Die Umsetzung dieser Anliegen werde ich auch zu wirtschaftlich ungünstigen Zeiten  mit Hilfe des neuen Amtes und der damit begründeten Unterstützung durch den VDS vorantreiben. Zunächst beschäftigt mich aber ziemlich intensiv die Organisaion eines europäischen Kongresses für Lehrkräfte an Schulen für Kranke, der im November 2010 in München statt findet. Von diesem Kongress erhoffe ich mir neue Impulse auch für die oben genannten Problemkreise.


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