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Aspekte zur aktuellen Situation und zur Weiterentwicklung schulischer Erziehungshilfe in Bayern
Roland Kastenhuber / Gerhard Zeitler
Aspekte zur aktuellen Situation und zur Weiterentwicklung schulischer Erziehungshilfe in Bayern
-Bericht der Tagung vom 23. Februar 2010 -
 
Am 23. Februar 2010 kamen auf Einladung von Gerhard Zeitler, Referat Emotionale und Soziale Entwicklung im vds, die Schulleiterinnen und Schulleiter bayerischer Schulen zur Erziehungshilfe an der Martin-Luther-Schule in Nürnberg zusammen.
Im Mittelpunkt der Tagung stand die aktuelle Situation und Weiterentwicklung der schulischen Erziehungshilfe in Bayern.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Hans Horvath, als Vertreter des vds im Forum Bildungspolitik das Thema: „Als Sonderpädagogin/-pädagoge in der inklusiven Schule - überflüssig oder unentbehrlich?“ in den Mittelpunkt.
Am Ende einer intensiven Diskussion blieben viele Fragen, die sich um folgende Schwerpunkte drehten:
 
-          Werden Schulen zur Erziehungshilfe in Zukunft zumindest teilweise überflüssig?
-          Sind unsere Schülerinnen und Schüler in den allgemeinen Schulen überhaupt willkommen?
-          Was brauchen die allgemeinen Schulen um Schülerinnen und Schüler mit einem hohen Förderbedarf im sozial-
            emotionalen Bereich beschulen zu können?
-          An allgemeinen Schulen gibt es offene und gebundene Ganztagsmodelle, Schulsozialarbeit, kleinere Klassen auf
           Grund der demographischen Entwicklung, ... .
Was bedeutet dies für die Schulen zur Erziehungshilfe und welche Konsequenzen müssen daraus gezogen werden?
 
Ein Ergebnis der Diskussion, auf das sich die Anwesenden einigen konnten, sei hier zitiert:
„Auf der Grundlage des bestehenden Schulsystems ist eine Schule zur Erziehungshilfe weiterhin notwendig. Erst eine grundlegende Veränderung im Bildungssystem mit einer Auflösung eines selektierenden Schulsystems, das auch dazu beiträgt, dass sich Verhaltensstörungen manifestieren, kann eine gute Voraussetzung bieten, damit Schüler mit Förderbedarf im emotional-sozialen Bereich inklusiv beschult werden können.“
 
Im weiteren Verlauf der Tagung wurde das Thema der Vernetzung von Schule und Jugendhilfe im Hinblick auf ganztägige Förderangebote angesprochen und Beispiele vorgestellt.
Diese reichten von weitgehender Vernetzung im Rahmen von Stütz- und Förderklassen und speziellen Heimschulkonzepten bis hin zu Modellen mit einer gemeinsamen Kernpräsenzzeit von Lehrkräften und Mitarbeitern der Jugendhilfe.
In vielen Fällen zeichnete sich ein Spagat zwischen der vermehrten Präsenzzeit von bereits extrem belasteten Lehrkräften an der Schule und der Schaffung von Entlastungsangeboten durch eine verstärkte Kooperation ab.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Personalsituation. Sie gestaltet sich an vielen Schulen zur Erziehungshilfe zunehmende schwierig. Die verbeamteten Sonderschul­lehrerinnen und –lehrer werden meist an staatlichen Schulen eingesetzt und stehen den privaten Schulen nicht zur Verfügung. An Schulen zur Erziehungshilfe unterrichten häufig fachfremd eingesetzte Sonderpädagogen oder Grund- und Hauptschullehrer, die von den privaten Trägern angestellt werden, um die Versorgung der Schule zu gewährleisten. Eine hohe Fluktuation der Lehrkräfte ist die Folge, wogegen gerade die Schülerinnen und Schüler mit hohem Förderbedarf im Bereich der emotionalen-sozialen Entwicklung auf konstante, belastbare Beziehungen angewiesen sind. Da nur Sonderpädagogen in MSD und ASA eingesetzt werden können, muss die Klassenführung verstärkt von den vorhandenen Grund- und Hauptschullehrern geleistet werden.
In den Schulen zur Erziehungshilfe befinden sich überwiegend Jungen, die auch in den Familien meist „vaterlos“ sind oder dort häufig gewalttätige Männer erleben . Für sie fehlen männliche Lehrkräfte, mit denen sie positive Erfahrungen machen können, die Identifikationspersonen werden können. Insbesondere fehlen auch Fachlehrer in Sport und Werken,
Aus dem oben genannten Austausch über aktuelle Fragen und Entwicklungen an bayerischen Schulen zur Erziehungshilfe ergibt sich für den vds Bayern Handlungsbedarf, um schulische Erziehungshilfe wieder in den Focus der Politik zu rücken damit angemessene Rahmenbedingungen für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit einem sehr hohen Förderbedarf im Bereich ihrer sozial-emotionalen Entwicklung geschaffen werden.
Daher ergaben sich folgende Anträge für die Landesdelegiertenversammlung 2010 des vds in Landshut:
 
1.    Der Verband Sonderpädagogik (vds) bildet eine Arbeitsgruppe, die Mindestvoraussetzungen für eine Förderung von Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung im Rahmen einer inklusiven Bildung in einem Positionspapier benennt.
 
2.    Der Verband Sonderpädagogik (vds) setzt sich bei den Politikern dafür ein, dass die Möglichkeit zur Nachqualifikation für das Lehramt Sonderpädagogik mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung erleichtert wird.
 
3.    Der Verband Sonderpädagogik (vds) setzt sich bei den Politikern dafür ein, dass die vom Staat genehmigten Lehrkräfte, die von privaten Trägern angestellt werden, kostendeckend finanziert werden.
 
Weiterhin soll auf die schwierige Situation der bayerischen Schulen zur Erziehungshilfe in einem Brief der Schulleiterinnen und Schulleiter an die Abgeordneten des Bayerischen Landtages hingewiesen werden.
 
Wir bedanken uns bei Herrn SoR Achim Pflaum und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Martin-Luther-Schule für ihre Gastfreundschaft.
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